Die gesetzlichen Grundlagen
Am 1. Mai 2002 trat in Deutschland das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) in Kraft. Kernstück des BGG ist die Herstellung der "Barrierefreiheit". Erstmals wird neben der Beseitigung oder Vermeidung von Barrieren, etwa in Gebäuden oder im Verkehr, die Barrierefreiheit von Informationstechnik festgeschrieben. Die dazu notwendigen Standards sind in der Rechtsverordnung "Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung" (BITV,
www.bmgs.bund.de/downloads/ejmb_bitv.htm und
http://www.bmgs.bund.de/downloads/ejmb_anlage1.htm ) festgelegt, die spätestens zum 31.12.2005 umgesetzt sein müssen.
Prinzipien
Doch was bedeutet die Beseitigung oder Vermeidung von Barrieren bei der Erstellung einer Website? Zunächst geht es um die generelle Funktionalität, um die Steuerung der Website, die Hyperlinks und die Struktur. Wo dem sehenden Benutzer strukturelle Uneindeutigkeiten mittels grafischer Abstraktion vermittelt werden können, sind sehbehinderte oder anderweitig gehandikapte Benutzer auf hierarchische, eindeutige Informationsanordnung angewiesen. Für den sehenden Benutzer ist es kein Problem, mit der Maus auf ein Logo oder Bild zu klicken, um zur Homepage einer Website zu gelangen. Ein sehbehinderter oder blinder Benutzer aber weiß ohne alternative Hinweise nicht, dass ein bestimmter Hyperlink dort zu finden ist. Warum? Blinde surfen mittels Browsern, die keine Bilder darstellen können, beziehungsweise "Screenreader". Die Ausgabe der Information erfolgt entweder über eine Braille-Zeile (als "Blindenschrift") an der Tastatur oder über Sprachausgabe.
Wenn nun also ein Bild nicht mit entsprechenden textlichen Alternativhinweisen gekennzeichnet ist, so geht die Information für den Blinden oder Sehbehinderten verloren. Das Dokumentenformat der meisten Dokumente im www (HTML, bzw. XHTML,
http://www.w3.org/MarkUp/ ) stellt glücklicherweise alle notwendigen Sprachelemente zur Verfügung, um detaillierte, textliche Beschreibungen visueller Information zu liefern. Aber nicht nur die grafischen Elemente einer Website können Barrieren darstellen. Zum Beispiel Navigationselemente, die die Metapher der "Pop-Up Menüs" (z. B. "Start"-Menü unter Microsoft Windows) der gängigen Betriebssysteme aufgreifen, sind auf aktuellen Websites gebräuchlich. Neben einem aktuellen, grafischen Browser benötigen diese Menüs auch ein motorisches Feingefühl. Eine Menüführung über hierarchisch gegliederte Hyperlinks als Text ist hingegen von allen Benutzer gleichermaßen einfach zu bedienen.
Eine weitere Barriere bei einer Website ist die so genannte "Frame-Technologie", bei der der Bildschirm des Benutzers in verschiedene Bereiche aufgeteilt wird. Im Sinne einer barrierefreien Website ist diese Technologie abzulehnen, da sie zu Unübersichtlichkeit bei textbasierten Browsern führt. Ferner birgt diese Technologie weitere Nachteile im Sinne der Benutzerfreundlichkeit ("Usability"), die das Setzen von Lesezeichen oder das Drucken von Seiten deutlich erschweren.
Zu berücksichtigen ist auch die Farbfehlsichtigkeit. 10 Prozent aller Männer in Deutschland sind in der einen oder anderen Form farbfehlsichtig. Die Kennzeichnung funktionaler Elemente ausschließlich durch farbliche Hervorhebung ist also nicht hinreichend. Dies gilt natürlich ebenso für angebotene Informationsgrafiken. Auch der Kontrast der Vordergrund- zur Hintergrundfarbe muss generell hoch genug sein, um auch unter erschwerten Bedingungen eine gut lesbare Darstellung zu bieten.
Hat man nun also eine Hypertext-Struktur geschaffen, die keine offensichtlichen Barrieren in den Weg stellt, gilt es diese mit Inhalten zu füllen. Aber auch hier gerät man schnell in Gefahr, Barrieren aufzubauen. Zum Beispiel werden multimediale Inhalte (z. B. Videoclips) ohne zusätzliche Audiobeschreibung (als Tonspur) des dargestellten Inhalts angeboten. Aber selbst das Bereitstellen von Texten verlangt im Sinne der Barrierefreiheit ein strukturiertes Vorgehen. Das bereits erwähnte HTML, bzw. XHTML bietet die Möglichkeit, einen Textblock beispielsweise als Zitat oder Adresse auszuzeichnen, sodass ein Benutzer, dem die visuelle Kenntlichmachung verborgen bleibt, trotzdem den Sinn des Textes erfährt.
Idealerweise findet bei der Bereitstellung von Inhalten eine Trennung zwischen dem eigentlichen, logisch ausgezeichneten Inhalt und der Präsentationsform statt. Erst dieses Prinzip ermöglicht es, unterschiedliche Ausgabemedien zu bedienen. Dies wird durch die Zuweisung von Formatvorlagen erzielt, so genannter "Cascading Stylesheets" (CSS,
http://www.w3.org/Style/CSS/ ), die man sich als Masken für den darzustellenden Inhalt vorstellen kann.
Was bedeutet das für www.bkk-bw.de ?
Die Struktur und die Inhalte von www.bkk-bw.de sind barrierefrei angelegt. Sehende, bzw. nichtbehinderte Nutzer mit einem aktuellen Browser werden das nicht bemerken, da für die Website konsequent standardkonform (Web Standards Project,
http://www.webstandards.org/ ) vorgegangen wurde und somit trotz Optimierung keine Nachteile entstehen.
Auf www.bkk-bw.de wird z. B. kein Javascript benötigt (einzige Ausnahme ist der Newsticker), dass aus Sicherheitsgründen oftmals abgestellt ist und dessen Verwendung in dieser Hinsicht ebenfalls eine Barriere darstellt.
Sämtliche Navigationspunkte/Seiten sind über das textbasierte, hierarchische Menü zugänglich. Ferner sind über Tastenkombinationen die wichtigsten Punkte (Homepage, Suche, etc.) direkt anspringbar. Alle Menüpunkte und Linkbezeichnungen sind mit sinnvollen, beschreibenden Namen versehen und die Menüs lassen sich in ihrer Größe durch den Nutzer anpassen, sodass immer gute Lesbarkeit, aber auch Bedienbarkeit bei motorisch eingeschränkten Nutzern, gewährleistet ist. Die Website ist ladezeitoptimiert, d. h., dass ohne speziellen Hinweis keine Datei/Seite länger als ca. 10 Sekunden lädt, da auch ein langsamer (schmalbandiger) Zugriff auf das Internet eine Barriere darstellt.
Auch veraltete Browser, die die aktuellen Standards nicht beherrschen, werden von www.bkk-bw.de unterstützt. Die Darstellung der Inhalte ist zwar eine andere, doch die Funktionalität ist voll und ganz gegeben. Weitere, deutschsprachige Informationen zum Thema "Barrierefreies Webdesign" finden Sie auf den informativen (und barrierefreien) Seiten (
http://www.einfach-fuer-alle.de ) der Aktion Mensch.
Kommentierung von Informationen.
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